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08/12/08



Der Finanzsektor stellt weiterhin mäßig Personal ein


Zwei Monate nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers kamen Budgetminister Luc Frieden, Arbeits- und Beschäftigungsminister François Biltgen, Wirtschafts- und Außenhandelsminister Jeannot Krecké sowie die Vertreter der Gewerkschaften (OGBL, LCGB und ALEBA) und der Arbeitgeber (ABBL) zusammen, um die Beschäftigungslage im Finanzsektor zu erörtern.

Am Ende dieser Sitzung bekräftigte die Regierung erneut ihre Zuversicht über die Krisenlage und wiederholte ihre Überzeugung, dass die staatliche Investitionspolitik unvermindert beibehalten werden muss. Sie möchte die Mehrwertsteuereinnahmen durch Stärkung der Kaufkraft beleben.

Dennoch bleibt Staatsminister Jean-Claude Juncker vorsichtig bei seiner Einschätzung über die Entwicklung der luxemburgischen Volkswirtschaft. Das Wirtschaftswachstum für 2009 wird nun auf 1,7 % geschätzt, weit von den 4,5 % im Jahr 2005 entfernt.

Wenn François Biltgen auch zum jetzigen Zeitpunkt kein Anzeichen für eine Entlassungswelle im Finanzsektor sieht, so betont er doch die Notwendigkeit einer Konzertierungsrunde. Einmal im Monat wird er einer Arbeitsgruppe vorsitzen, die die Entwicklung der Beschäftigungslage in den Finanzinstituten beobachtet.

Steigende Arbeitslosigkeit und mäßige Personaleinstellungen

Im September lag die Arbeitslosenquote bei 4,3 %, was einem Anstieg von 5,5 % gegenüber dem vorherigen Monat und von 2,5 % gegenüber September des vergangenen Jahres entspricht.

Noch vor knapp einem Jahr beklagte der Finanzsektor einen Mangel an qualifiziertem Personal und war auf der Suche nach fast 2000 Mitarbeitern. Heute müssen die Banken und sämtliche Unternehmen der Finanzbranche eine neue Bestandsaufnahme über ihren Personalbedarf machen.

Einige Berufszweige leiden stärker unter der Krise als andere. Bewerbungen für das Backoffice der Fondsindustrie und des Private Banking sind kaum noch gefragt. Demgegenüber ist es weiterhin schwierig, verschiedene Posten zu besetzen. So sind zum Beispiel erfahrene Buchhalter nicht einfach zu finden. Fachkräfte in den Bereichen Recht, Compliance und Audit sind immer noch sehr gefragt.

Wie in jeder Krise sind es die Jugendlichen, die am meisten leiden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird das Einstellen von jungen Mitarbeitern als Risikogeschäft angesehen. Die Arbeitgeber sind folglich noch anspruchsvoller und bevorzugen die Einstellung von erfahrenen Fachkräften. Solange die Subprime-Krise aktuell bleibt, muss man mit mäßigen Personaleinstellungen im Finanzsektor rechnen.


Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris



editor@jobs.lu
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