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12/02/08

Wie lange widersteht Luxemburg noch dem Finanz-Tsunami?


Die Krise der Subprimes hat verheerende Auswirkungen an den Finanzmärkten. Luxemburg wurde bisher verschont.


Seit Anfang des Jahres erleben wir einen Börsensturz und diese Krisenlage verbessert sich nicht. Im Gegenteil, sie breitet sich auf allen Finanzplätzen der Welt aus. Wird Luxemburg und seine Wirtschaft, die zum großen Teil vom Bankensektor abhängt (der Banken- und Versicherungssektor trägt zu 40% zum Nationaleinkommen bei), der Krise der Finanzmärkte entkommen?

Angesichts der Krise des amerikanischen Immobilienmarkts hat die Regierung am vergangenen 10. Oktober ihre Prognose des Wachstums des Bruttoinlandsprodukts für 2008 von den erwarteten 5% auf 4,5% gesenkt.

Obwohl Jean-Claude Juncker, Staats- und Finanzminister des Großherzogtums, für 2008 mit „einer Verlangsamung des Wachstums des Finanzsektors“ rechnet, werden Luxemburgs öffentliche Finanzen weiterhin beneidet werden. Herr Juncker hat für 2008 einen Staatshaushalt mit einem Überschuss von 0,8% des BIP und einer auf 7% begrenzten Staatsverschuldungsquote vorgestellt (sehr weit von der europäischen 60-Prozent-Grenze entfernt, die der Stabilitätspakt vorschreibt).

Thibault Adès, Rekrutierungsberater der luxemburgischen Niederlassung von Michael Page, erklärt, dass Luxemburg das Zentrum für Backoffice- und Verwaltungstätigkeiten ist, wo sämtliche Transaktionen verbucht werden. Und die Zahl der Transaktionen nimmt nicht ab, im Gegenteil. Dies erklärt, weshalb Luxemburg bis jetzt vom Sturm verschont blieb, der auf Finanzmärkten der Welt tobt. Das allgemeine Stimmungsbarometer in Luxemburg ist also eher optimistisch und vertraut der finanziellen Robustheit der luxemburgischen Banken.


Wie ist es um den Arbeitsmarkt bestellt?

Jean-Jacques Rommes, Direktor der Bankenvereinigung „Association des Banques et Banquiers Luxembourg“ (ABBL) zeigt sich beruhigt. Er hebt sogar hervor, dass im Augenblick „die luxemburgischen Finanzakteure verzweifelt auf der Suche nach Personal sind und nicht umgekehrt“, genau wie die französische Bank BNP Paribas, die im Lauf des Jahres 2007 fast 300 Mitarbeiter einstellte. Dieser Trend wird von der volkswirtschaftlichen Statistik des vergangenen Quartals bestätigt; die Gesamtbeschäftigung des Landes ist während der ersten neun Monate des Jahres 2007 um 4,1% im Jahresdurchschnitt gewachsen.

Auf internationaler Ebene ist das Investmentgeschäft stärker betroffen als die andern Sparten des Bankgeschäfts. Wenn die Fondsverwaltung in Luxemburg im Augenblick noch wenig von der Krise betroffen ist, so sind das Private Banking und die Investmentfonds doch auf der Hut.

Heben wir zum Schluss noch hervor, dass das Statistikamt Statec klarstellt, dass die Auswirkungen der Finanzkrise auf Luxemburg und seinen Finanzsektor im jetzigen Stadium nur schwer abgeschätzt werden können. Bleiben wir vorsichtig …


Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris


Quellen: STATEC, ABBL

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