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29/01/08

Zum Arbeiten nach Luxemburg kommen


Die Grenzgänger erobern den luxemburgischen Stellenmarkt


Was ist das Profil der Grenzgänger?
Weshalb zieht Luxemburg die Grenzgänger so an?


Jobs.lu beteiligt sich nun an der Website lesfrontaliers.lu. Der Augenblick ist also gekommen eine Zwischenbilanz zu ziehen, wie die Lage der Grenzgänger auf dem luxemburgischen Stellenmarkt aussieht. Was ist ihr Profil? Welche Anziehungskraft hat Luxemburg für sie?

Luxemburg hat eine Bevölkerungszahl von insgesamt 476.200 Einwohnern (Statec-Daten 2007), davon 41,6% Ausländer. Dieser Anteil erreicht bei Weitem die 50-Prozent-Marke mit dem täglichen Kommen und Gehen der Arbeitnehmer aus den angrenzenden Ländern. Damit erlebt Luxemburgs Stellenmarkt eine Ausnahmesituation in Europa. Die Lage änderte sich grundlegend ab den 90er Jahren mit einem bedeutenden Zustrom von Grenzgängern. Eine gerngesehene wirtschaftliche Einwanderung in Betracht des Arbeitskräftemangels im Lande.

Eine Veröffentlichung des Statec vom Juli 2007 belegt, dass die Schaffung neuer Arbeitsplätze in erster Linie den Grenzgängern nutzte und nicht den Ansässigen. Die Hauptnutznießer waren die Deutschen, die die stärkste Steigerung hatten, noch vor den Franzosen, die jedoch weiterhin in der Mehrzahl sind. Mehrere Studien belegen übereinstimmend, darunter eine von Agape (Agence d'urbanisme de l'agglomération du pôle européen de développement – Agentur für die Stadtentwicklung des Gebiets des Europäischen Entwicklungszentrums), dass die Zahl der Grenzgänger bis 2050 die Zahl der Ansässigen übersteigen wird. Falls in 50 Jahren die Einwohnerzahl des Großherzogtums 645.000 erreicht, wird das Land nur 45% seiner 580.000 Arbeitsplätze belegen können; 320.000 Grenzgänger wären also nötig.

Was ist das Profil der Grenzgänger?

Laut einer Studie des CEPS über die Arbeitsplatzsuche der Grenzgänger in Luxemburg, die Ende November 2007 veröffentlicht wurde, kommt ein Drittel der Grenzgänger sofort nach ihrer Ausbildungszeit nach Luxemburg. Für die Mehrzahl dauert die Arbeitsplatzsuche weniger als einen Monat. Interessant ist auch die Tatsache, dass 55% der Grenzgänger einem Beruf in ihrem Heimatland nachgehen, wenn sie ihren ersten Arbeitsplatz in Luxemburg suchen. Und 39% der Grenzgänger haben eine Berufserfahrung von wenigstens 5 Jahren, wenn sie zum ersten Mal nach Luxemburg arbeiten kommen. Bemerken wir noch zum Schluss, dass die meisten von ihnen aus Lothringen kommen.

Weshalb zieht Luxemburg die Grenzgänger so an?

Das hohe Lohnniveau, die geringe Arbeitslosigkeit, der niedrige Steuersatz und die Multikulturalität sind die hauptsächlichen Gründe, die einen Grenzgänger veranlassen, auf die andere Seite der Grenze arbeiten zu kommen. Das CEPS hat die Grenzgänger über ihre Beweggründe befragt. Die Lohnbedingungen stehen gewiss an erster Stelle. Die zweite angegebene Ursache ist die, dass sie nach Luxemburg gekommen sind, weil sie hier einen Arbeitsplatz gefunden haben. „Der Arbeitsplatz entspricht am ehesten ihrer Ausbildung "kommt an dritter Stelle, gefolgt von „die Aufstiegsmöglichkeiten sind besser in Luxemburg".

Als Schlussfolgerung kann man folgenden Satz aus der Studie des CEPS zitieren: „Die Arbeit der Grenzgänger ist der Motor einer neuen territorialen Dynamik eines solchen Ausmaßes geworden, dass sie zu immer neuen Studien und Untersuchungen anregt, um sie zu verstehen und ihre Tatkraft zu beherrschen."


Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris


Quellen: CEPS, STATEC, Agape

editor@jobs.lu
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