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06/09/2011


Anstieg der Beschäftigtenzahlen. Weiterhin ein Sockel von Arbeitslosigkeit


Das amtliche Institut für Statistiken und Wirtschaftsentwicklung –Statec - betont in seinem letzten Konjunkturbericht die Tatsache einer wirtschaftlichen Belebung, gibt aber hinsichtlich der Wachstumsprognosen eine zurückhaltende Stellungnahme ab. Trotz ansteigender Beschäftigtenzahlen verbleibt – nach wie vor – ein Sockel an Arbeitslosen.

WachstumIm Anschluss an die von einem Konjunkturabschwung geprägten Jahre 2008 und 2009 hat in der luxemburgischen Wirtschaft im Jahr 2010 offensichtlich ein Wachstum eingesetzt, das sich 2011 fortsetzt. Wie dem letzten Statec-Konjunkturbericht Nr. 2-2011 (vom 12. Juli 2011) zu entnehmen ist, wuchs das BIP im zurückliegenden Jahr um 3,5%; im vorherigen Zeitraum – im Jahr 2009 – waren deutliche Anzeichen einer Rezession zu verzeichnen (Rückgang des BIP um 3,6%) bzw. es kam im Jahr 2008 zu einer geringen Steigerung (+1,4%). In der Jahresmitte wird für 2011 ein BIP-Wachstum um 4% prognostiziert.

Auch wenn die in den vergangenen achtzehn Monaten erreichten Ergebnisse als gut zu bewerten sind, so beeinflussten sie dennoch die Arbeitslosenzahlen nicht direkt und nachhaltig. Die Arbeitslosenrate der erwerbstätigen Bevölkerung, die im Zeitraum von 1985 bis 2009 durchschnittlich um 2,8% schwankte, erreichte im Jahr 2010 mit 6% einen Höchststand - für Anfang 2011 war dann jedoch ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Das Institut Statec und das Wirtschaftsministerium prognostizieren für dieses Jahr einen Prozentsatz von höchstens 5,9%.

Die Zahl der Erwerbstätigen scheint im Jahr 2011 bemerkenswerterweise zugenommen zu haben, wobei in den ersten vier Monaten – verglichen mit dem Vergleichzeitraum des Vorjahres – die Zahlen um 2,5% zunahmen. Diese Entwicklung ist auf die fast kontinuierlich ansteigenden Beschäftigtenzahlen in denjenigen Wirtschaftsbereichen, die als «geschützt» bezeichnet werden können (Verwaltung, Bildungswesen, Gesundheits- und Sozialwesen) zurückführbar, wie die nationale luxemburgische Statistikbehörde einschätzt. Aufgrund dieser staatlichen Arbeitsmarkt-Politik, die die Regierung während der Wirtschaftskrise einleitete, sei in der Volkswirtschaft der Trend des Arbeitsplatzabbaus – bei Berechnung der Nettozahlen aufgrund der Gegenüberstellung der Daten von Arbeitsplatzverlusten und Neuschaffungen von Arbeitsplätzen – in seinen Auswirkungen begrenzt worden.

Unzureichende Beschäftigungslage

Wie der Statec-Bericht weiter hervorhebt, sind parallel dazu in den Wirtschaftsbereichen, die staatlicherseits nicht abgesichert wurden, ansteigende Beschäftigtenzahlen zu verzeichnen, was sich anfangs in der Zunahme der Teilzeitarbeit, dann aber auch in neu geschaffenen Vollzeitarbeitplätzen zeigte.

So hat die konjunkturelle Erholung sicherlich eine Verminderung der Erwerbslosenzahl bewirkt; diese verbesserte Wirtschaftslage führte jedoch zu keiner so stark anwachsenden Beschäftigtenquote, dass die Arbeitslosenzahl hätte in deutlichem Maße gesenkt werden können.

Für sehr optimistische Einschätzungen gibt es jedoch keinen Grund. Anfang des Jahres zeigte der Verlauf der Kurve der Arbeitslosenzahlen nach unten. Im Mai 2011 kehrte sich der Trend jedoch um, nach Angaben der luxemburgischen Agentur für Arbeit (ADEM) war im Jahresvergleich ein Anstieg von 0,6% zu verzeichnen, der Prozentsatz der Arbeitslosen erreichte erneut 5,9% und dieser Wert wird im Jahr 2011 wahrscheinlich nicht unterschritten.

Der Konjunktur-Ausschuss, der im August 2011 die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Monat Juli 2011 untersuchte, bestätigt diese Ergebnisse. « Zum Stichtag des 31. Juli 2011 wurde die Zahl der Personen, die in Luxembourg wohnen und arbeitslos sind, bei der Agentur für Arbeit (ADEM) offiziell gemeldet sind und in keine Eingliederungsmaßnahmen einbezogen sind, vorläufig mit 14.429 Personen bewertet. Der Prozentsatz der Arbeitslosen im Monat Juli 2011 beträgt 5,9%», heißt es in der Pressemitteilung vom 29. August 2011. Wenn man in diese Berechnung diejenigen Personen einbezieht, die an Eingliederungsmaßnahmen teilnehmen sind, beläuft sich die Gesamtzahl der im Juli 2011 erfassten Arbeitssuchenden – unter Zugrundlegung provisorischer Zahlen – auf 18.630 Personen.

Vorsichtiger Optimismus

Der Ausschuss bestätigt in seinem Bericht jedoch die seit Ende 2010 feststellbare Belebung auf dem Arbeitsmarkt: « Die Zahl der bei ADEM gemeldeten offenen Stellen belief sich im Juli 2011 auf 3.014 und bleibt auf einem hohen Niveau; die Zahl bedeutet - verglichen mit dem Monat Juli 2010 - eine Steigerung um 56,7%.»

Diese zahlenmäßige Differenz zwischen dem Anstieg der Beschäftigungsverhältnisse und dem Rückgang der Arbeitslosenzahlen dürfte sich in einer bestimmten Zeitspanne allmählich reduzieren. Die Statec-Behörde prognostiziert nämlich für das Jahr 2011 einen Anstieg des BIP um 4,0% und um 3,8% für das Jahr 2012. Hinsichtlich der Arbeitslosenquote für 2012 werden 5,7% prognostiziert.

«Die Nachfrage aus dem Ausland in Richtung der luxemburgischen Volkswirtschaft wurde nach oben korrigiert, besonders hinsichtlich der Güter, » teilt die Statistikbehörde mit. Betreffend der Dienstleistungen - und besonders den Exporten der Finanzindustrie - sei die Dynamik für das Jahr 2011 eher gedämpft, die Lage könnte sich im Folgejahr aber verbessern.

Auch wenn die Statistikbehörde Statec ihre Prognose nach oben korrigiert hat, insbesondere was die Steigerung der Verbrauchs und die Zunahme der Investitionstätigkeit betrifft und auch im Blick auf die Staatfinanzen – verbunden mit dynamisch wachsenden Steuereinnahmen in der ersten Hälfte 2011 oder auch hinsichtlich der Verminderung der Staatsverschuldung (von 0,8 des BIP im Jahr 2011 -verglichen mit den ursprünglich prognostizierten 1,0% des BIP; für das Jahr 2012 soll ein Wert von 1,1% statt von 1,5% erreicht werden -), so ist in den Konjunkturprognosen der Behörde eine zurückhaltende Grundstimmung feststellbar: «Die wirtschaftliche Belebung verstärkt sich (...), aber die Anzeichen einer Verlangsamung zeigen sich sowohl im internationalen wirtschaftlichen Umfeld als auch bei den nationalen Konjunktur-Indikatoren, » lautet ihre Schlussfolgerung.

Weitere Informationen


Walter Fried



editor@jobs.lu
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