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04/01/09


Ende der Kraftprobe zwischen Frankreich und Deutschland sowie Luxemburg


Luxemburg ist erleichtert. Das Gleiche gilt für Belgien, Österreich und die Schweiz. Sie werden auf dem G20-Gipfel am kommenden 2. April nicht auf die schwarze Liste der Steueroasen gesetzt. Der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker freut sich nach Eingang der Zusage Frankreichs und Deutschlands hierüber.

Die Kraftprobe zwischen beiden Ländern und Luxemburgs begann im vergangenen Oktober, als die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) von 17 Staaten den Auftrag zur Aktualisierung der Liste der unkooperativen Steueroasen erhielt. Auf diese Liste, die nur Andorra, Monaco und Liechtenstein enthielt, fügte die OECD vorläufig Luxemburg, die Schweiz, Österreich, Singapur und Hongkong hinzu. Es war ein Mittel, um Druck auf die „Schurkenstaaten“ auszuüben. Das war nur der Anfang der Schlacht; am vergangenen 12. März wollten Frankreich und Deutschland noch weitergehen und verlangten die Einführung von Sanktionen gegen Steueroasen.

Das Großherzogtum Luxemburg war mit seiner vorteilhaften Besteuerung der Dividendenausschüttungen und Veräußerungsgewinne sowie mit seinem Bankgeheimnis und seinem Instrument der Steueroptimierung (Sicar) voll im Visier Frankreichs und Deutschlands, die sich seit Anfang der Krise geschworen haben, Jagd auf die Steueroasen zu machen.

Dies verfehlte nicht die Entrüstung Jean-Claude Junckers, der keine Grundlage für die Anschuldigungen sah: „Nehmen wir mal an, dass die Schweiz, dass Österreich, dass Luxemburg vor einem jahr oder einem halben Jahr kein Bankgeheimnis gehabt hätten. Glauben Sie ernsthaft, dass die Krise dann weniger schlimm wäre? Es gibt überhaupt keinen Kausalzusammenhang zwischen dem Bankgeheimnis und der Wirtschafts- und Finanzkrise.“

Schließlich gaben Luxemburg, Belgien, Österreich, die Schweiz, aber ebenso Liechtenstein und Andorra, wenige Tage vor dem G20-Gipfel bekannt, dass sie ihre nationale Gesetzgebungen über das Bankgeheimnis lockern werden. Belgien wird sein Bankgeheimnis schon ab 2010 abschaffen und nicht erst 2011. Luxemburg und Österreich sind ihrerseits zum Austausch von Steuerinformationen bei Verdacht auf Steuerhinterziehung bereit.

Allerdings ist der Kampf gegen die Steueroasen noch nicht beendet. Auch wenn noch vor kurzem niemand etwas an der undurchsichtigen Steuergesetzgebung einiger Staaten auszusetzen hatte, so hat die Krise doch die Lage verändert. Neben der Initiative in Europa hat Dominique Strauss-Kahn, der Chef des IWF, „vorgeschlagen, zum Äußersten zu greifen, um die Schurkenstaaten aus der Welt zu schaffen“. Und neuerdings scheinen die Vereinigten Staaten in die gleiche Richtung zu gehen.





Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris



editor@jobs.lu
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