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09/02/09
Nordlothringen auf der Tasche Luxemburgs
Das französische Statistikamt INSEE hat soeben das Ergebnis einer Studie über „Die Einkommen der Haushalte Nordlothringens erhöht durch die Löhne der Grenzgänger“ veröffentlicht. Das Amt berichtet, dass die auf der Grundlage der französischen Steuerdaten erstellte Statistik der Realität nicht entspricht.
In Lothringen sind die Meldungen der Einkommen der steuerlich erfassten Haushalte verzerrt. Sie ermöglichen keine zuverlässigen Steuerdaten. Im Jahr 2006 haben 37.500 von 925.000 steuerlich erfassten Haushalte in Lothringen den französischen Steuerbehörden eine Milliarde Euro an steuerfreiem Einkommen aus dem Ausland gemeldet. Wenn nun aber die Daten der luxemburgischen Sozialversicherung mit den französischen Steuerdaten verglichen werden, stellt man fest, dass die lothringischen Grenzgänger etwa zwei Milliarden an Nettolöhnen bezogen haben. So ist also nur die Hälfte der im Ausland bezogenen steuerfreien Einkünfte in den französischen Steuererklärungen angegeben.
Weshalb ist die andere Hälfte nicht angegeben?
Nur Haushalte, in denen einer der beiden Partner Lohn in Frankreich bezieht, „geben die Beträge als steuerfreie Einkommen an“. Es sind größtenteils Haushalte mit zwei Erwerbstätigen, von denen je einer auf jeder Seite der französischen Grenze arbeitet. 90 % von ihnen wohnen in 200 Gemeinden.
So entziehen sich 25.000 Haushalte jeder Steuermeldung. Sie sind unverheiratete Berufstätige oder beide beziehen ihr gesamtes Einkommen in Luxemburg. Die meisten von ihnen wohnen in der Grenzregion zu Luxemburg. In einigen Kantonen übersteigt das Einkommen der Grenzgänger 50 %. Man erkennt sie am großen Anteil der Haushalte mit 0 Euro Einkommen. Leider widerspiegeln diese Zahlen ein negatives und falsches Bild von Nordlothringen, das als ein Gebiet von mittellosen Menschen angesehen wird.
In seiner Studie hebt das INSEE hervor, dass „der finanzielle Einfluss des Großherzogtums Luxemburg auf seine Grenzregion mit dem Einfluss der Pariser Region auf ihre Nachbarregionen vergleichbar ist“. Dies veranschaulicht die Abhängigkeit Nordlothringens von der luxemburgischen Wirtschaft. Das INSEE fügt hinzu, dass „die Abhängigkeit des Gebiets mit der Abhängigkeit der Haushalte in Nordlothringen einhergeht“. Ein Phänomen, das eine weitere Studie wert ist, besonders in der gegenwärtigen Krisenlage.
Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris
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