Benutzeranmeldung

Arbeitgeber
Kontaktieren Sie uns
Hausregeln
Empfehlungen
Anzeigen verfassen
Gezielte Fragen
Eine Anzeige freischalten

Andere
Ich hab nun einen Job
Links
Integration
Aufbau der Webseite
 
Stellensuchende   Arbeitgeber   Weiterbildungskurse   Puissance Jobs     Startseite | Info | Hilfe   
   

Info Karriere



24/08/2011


Die Auswirkungen der Finanzkrise auf das luxemburgische Bankgewerbe. Handlungsbedarf im Personalmanagement


Die Beschäftigungslage im luxemburgischen Bankgewerbe verschlechtert sich weiterhin, obwohl die wirtschaftliche Lage der luxemburgischen Industrie als relativ gut bezeichnet werden kann. Bei einer der tragenden Säulen der Finanzindustrie, den Privatbanken, sind tief greifende Veränderungen feststellbar; diese Finanzinstitute müssen sich im Customer-Relations-Management neuen Herausforderungen stellen und ihre Personalpolitik den veränderten Anforderungen anpassen.

The tower of Bael'Ein kürzlich in der französischen Zeitung „Les Echos“ veröffentlichter Artikel resümiert die Maßnahmen zum Personalabbau, die seit Anfang des Jahres in den wichtigsten amerikanischen und europäischen Finanzkonzernen feststellbar sind. Die verschärften gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere die neuen Vorschriften in der Folge der Basel III-Vereinbarung und auch die Staatsschuldenkrise stellen nach Ansicht dieses französischen Wirtschafts- und Finanzblattes die hauptsächlichen Ursachen für einen Vorgang dar, der als „Arbeitsplatz-Massaker“ bezeichnet werden könnte.

Als zeitlich vorläufig letztes Ereignis dieser Art sei auf die Ankündigung des in London ansässigen Bankhauses HSBC verwiesen, bis zum Jahr 2013 einen Abbau von 30.000 Stellen vorzunehmen; das Geldinstitut verfolgt das Ziel, sich auf bestimmte Märkte und Geschäftsaktivitäten zu konzentrieren. Denkbar ist, dass ab Herbst 2011 auch andere Bankhäuser Pläne dieser Art, die drastische Personalabbau-Maßnahmen beinhalten, veröffentlichen könnten.

Die erwähnten Umstrukturierungen führten im Großherzogtum bisher jedoch zu keinen größeren Auswirkungen; entsprechend den Daten, die am 25. Juli seitens der Luxemburgischen Zentralbank veröffentlicht wurden, waren zum Stichtag des 30. Juni 2011 in den Kreditinstituten des Großherzogtums 26.153 Personen beschäftigt.

Seit März 2011 wurden etwa 65 Stellen gestrichen. Und innerhalb eines Jahres – im Zeitraum vom Juni 2010 bis Ende Juni 2011 – erfolgte ein Abbau von 137 Arbeitsplätzen; bezogen auf die Gesamtzahl der Beschäftigten entspricht dies einem Anteil von 0,5%.

Tief greifende Veränderungen im Privatbankenbereich

Die Zahlen scheinen also anzudeuten, dass die wirtschaftliche Lage der luxemburgischen Bankenbranche relativ gut ist. Aber wie lange wird dieser Zustand andauern? Die angelsächsischen und schweizerischen Banken – um hier weiterhin die Einschätzung der Zeitung « Les Echos » darzulegen - planen die Schließung ihrer Investmentbereiche, um sich hauptsächlich auf das Privatkundengeschäft zu konzentrieren. Diese Vorgänge könnten für den luxemburgischen Finanzplatz positive Auswirkungen besitzen, denn hier befinden sich die Niederlassungen der - von der Zeitung genannten – Finanzkonzerne, und sie konzentrieren sich vor allem auf die Vermögensberatung.

Aber auch die Bankenbranche ist von grundlegenden Veränderungen betroffen, schätzt das Beratungs-Unternehmen PriceWaterhouseCoopers in einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung ein, die den Titel trägt: Global Private Banking and Wealth Management Survey 2011.

Kann man im Privatbankenbereich und in der Vermögensverwaltung von einer veränderten Gesamtlage sprechen? Die genannte Prüfungsgesellschaft, die im Consulting und in der Wirtschaftsprüfung tätig ist, erläutert in ihrem Bericht, der sich auf eine Befragung von 275 Finanzinstitute – ansässig in 67 Staaten - stützt, dass diese «ihre Aufmerksamkeit sehr stark auf Kundenservice und realisierten Mehrwert» richten müssten. Das Vermögensmanagement bleibt sicherlich eine lukrative Tätigkeit, die ein bisher nicht völlig genutztes Wachstumspotential beinhaltet; die einzelnen Finanzinstitute müssen sich jedoch den Veränderungen anpassen.

In der Studie heißt es weiter : «Das Auftreten neuer Mitbewerber, die den Einfluss der bereits etablierten Akteure in Frage stellen, verbunden mit den Auswirkungen der neuen gesetzlichen Bestimmungen und auch die zunehmend größeren Erwartungen der Kunden, zwingen die Privatbanken und die Vermögensverwalter zu einer Änderung ihrer bisherigen Art der Kundenbetreuung und ihres Managements » .

Neue Aufgabenstellungen im Personalmanagement

Die Kundenbetreuung und das Personalmanagement gehören zudem zu den wichtigsten Herausforderungen dieser Branche. Nach Einschätzung des Berichts stellt der Mangel an geeigneten Bewerbern eines der größten Wachstumshindernisse dar, und die Anwerbung und Weiterbildung hoch qualifizierter Bewerber sind mit immer höheren Kosten und Problemstellungen verbunden. «Die Finanzinstitute könnten von einer besseren Personalausstattung und einem besseren Kundenmanagement sehr stark profitieren, » stellt der Bericht fest.

Zugleich muss die Struktur des Front-Office ebenfalls verändert werden, damit den Kundenwünschen entsprochen und die Anforderungen aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen erfüllt werden, stellt die Studie fest.

Diese Einschätzungen treffen auch auf Luxembourg zu, wo 17 Kreditinstitute an der Untersuchung teilnahmen. Nach Angaben von PwC scheint der Bankenplatz Luxemburg wieder von Zuversicht geprägt zu sein, und die wichtigsten Akteure der Branche sind zuversichtlich; aufgrund des im Land vorhandenen Know-hows und der Expertise dürfte es gelingen, den vorhandenen Kundenkreisen neue Angebote zu unterbreiten und Kunden mit spezifischen Wünschen an die Finanzinstitute zu binden, Kunden, die über größere Kapitalbeträge verfügen und unterschiedlichste Dienstleistungen nachfragen. Herr François Génaux, Advisory-Partner von PwC Luxembourg, im Unternehmen PwC auf die Finanzbranche spezialisiert, schränkt jedoch ein: «Überleben werden nur diejenigen Finanzinstitute, die über Top-Angebote mit Mehrwert und über erstklassige Finanzindustrieservices verfügen oder die Partnerschaften anbieten, die ihren Kunden den Zugriff auf solche Services ermöglichen.»

Für die Privatbanken ist es also wohl an der Zeit, ihre Personalmanagement-Strategie zu überprüfen und neue Entgelt-Modelle anzubieten, um neue hoch qualifizierte Bewerber zu rekrutieren und an die Geldinstitute zu binden. Zugleich müssen sie ihre Front-Office-Struktur verändern, um den Kundenwünschen besser entsprechen zu können und die Übereinstimmung mit den neuen Aufsichtsregeln zu gewährleisten.


Marc Alison
Deutsche Fassung: Walter Fries



editor@jobs.lu
Reagieren Sie auf diesen Artikel


Lesen Sie mehr
News



>> Wie sollen die Unternehmen die A-Grippe meistern?

>> Ein Hoffnungsschimmer

>> Mobbing, kennen Sie das?

>> Welcher Stresstyp sind Sie?

>> Ende der Kraftprobe zwischen Frankreich und Deutschland sowie Luxemburg

>> Luxemburg-Stadt im Wettbewerb mit ihrem Stadtrand

 

Lesen Sie mehr Artikeln über

Leben und arbeiten in Luxemburg



>> Wie löst man das Problem der steigenden Kurzarbeit?

>> Wer verdient am meisten?

>> Luxemburg, der schlechte Schüler Europas für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer

>> Der Leidensweg der Grenzgänger

>> Brüssel kümmert sich um werdende Mütter

 

Lesen Sie mehr
Interviews


>> Die neuen Trends der Zeitarbeit

>> Interview mit Katharina Liebault

 


Upload your CV



© 2011 Jobs.lu - 779 Stellenangebote von 192 Unternehmen. 526287 Bewerbungen gesendet.
Nutzungsbestimmungen  |  Datenschutz