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05/08/08
Luxemburg als Metropole
Wo häufen sich die so genannten wirtschaftlichen „Metropolen“-Tätigkeiten*? Das CEPS hat die Metropolenarbeitsplätze in Luxemburg vom Jahr 2005 kartografiert. Dabei wurde sowohl der Arbeitsort als auch der Wohnort der Erwerbstätigen erfasst.
Zunahme der Metropolenarbeitsplätze auf nationaler Ebene
Die Zahl der Metropolenarbeitsplätze stieg von 1994 bis 2005 von 61.675 auf 107.424, während die Nicht-Metropolen-Arbeitsplätze von 147.709 auf 207.867 stiegen. In diesem Zeitraum erhöhte sich der Anteil der Metropolenarbeitsplätze am Gesamtarbeitsmarkt in Luxemburg um 15 Prozentpunkte.
Die Sektoren der Finanzdienstleistungen (33.835 im Jahr 2005), der nationalen Dienststellen (520.706) und der Dienstleistungen an Unternehmen (20.603) umfassen die größte Anzahl der Arbeitsplätze im Jahr 2005. Auf diese drei Sektoren allein entfallen 78,1 % der gesamten Metropolenarbeitsplätze. Außerdem finden wir die höchste Steigerungsrate bei den Spitzentechnologie-Dienstleistungen (+ 297 %) und den Dienstleistungen an Unternehmen (+ 150 %), die dennoch nicht als Schlüsseltätigkeiten der luxemburgischen Volkswirtschaft angesehen werden.
Luxemburg-Stadt ist ausgerichtet auf Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor.
Trotz ihrer geringen Größe und ihrer niedrigen Einwohnerzahl –87.000– entgeht die Hauptstadt Luxemburgs nicht dem Phänomen der Metropolisierung, das alle großen Ballungsräume erfasst. Ihre Rolle, nicht nur auf europäischer Ebene als Sitz der EU-Institutionen sondern auch auf regionaler Ebene als Wirtschaftszentrum der Grenzgebiete, ist der Hauptgrund hierfür.
Folglich sammeln sich 86 % der Metropolenarbeitsplätze im Großraum Luxemburg an. Das hohe Aufkommen an Firmen im Bereich der Finanzdienstleistungen und Dienstleistungen an Unternehmen erklärt u. a. diese Anhäufung.
Es besteht also ein starkes Ungleichgewicht zwischen dem Großraum Luxemburg einerseits und der Südregion und der Nordstad andererseits, in denen sich 11 % bzw. 16 % der Metropolenarbeitsplätze befinden.
Eine Wirtschaftsmetropole in der Form einer Inselgruppe
Man stellt eine Multipolarität bei den Wohnorten der Erwerbstätigen fest, im Gegensatz zur Lage der Arbeitsplätze. Die Beschäftigten der Metropolenarbeitsplätze ziehen die Stadt- und Randgemeinden in Luxemburgs sowie die grenznahen Randgemeinden in Frankreich, Belgien und Deutschland vor.
So unterstreicht die Studie des CEPS nicht nur die starke Polarisierung der Metropolentätigkeiten (vor der sie warnt), sondern auch die grenzüberschreitende Natur der Metropole.
* Produktionsunternehmen für Spitzentechnologie, Dienstleistungen an Unternehmen, Finanzdienstleistungen, andere Dienstleistungen, nationale Dienststellen und internationale Organe.
Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris
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