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13/05/09
Mobbing, kennen Sie das?
Fühlen Sie sich am Arbeitsplatz bedrängt? Meiden Ihre Kollegen Sie? Bedroht Ihr Vorgesetzter Sie? Verlieren Sie Ihr Vertrauen? Kopf hoch, Sie sind nicht allein!
„Mobbing Asbl“ wurde 2001 von den Gewerkschaften LCGB und Syprolux gegründet, um den Mobbingopfern am Arbeitsplatz zu helfen und sie zu beraten. Vor einigen Wochen veröffentlichte die Vereinigung einige Zahlen, die eine deutliche Zunahme dieser Belästigung am Arbeitsplatz aufzeigen. Innerhalb eines Jahres stieg die Anzahl der Anrufe wegen Mobbing um 70 %.
Was genau ist Mobbing eigentlich?
Das Wort stammt aus dem Englischen und wird vom Zeitwort „to mob“ abgeleitet, das soviel bedeutet wie „über jemanden herfallen, sich auf jemanden stürzen“. In den 1980er Jahren beschrieb der schwedische Psychosoziologe Heinz Leymann das Mobbing als „eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen. Das belästigte Opfer wird systematisch und während mindestens sechs Monaten angegriffen mit dem Ziel des Ausstoßes.“
Dieses Bedrängen kann sich demnach auf vielfältige Art äußern … Arbeitskollegen verbreiten falsche Informationen über Sie; Dokumente von Ihnen werden systematisch überarbeitet, da man Ihren geistigen Fähigkeiten nicht traut; man vergisst, Ihnen wichtige Mitteilungen zu machen oder auch Sie zu den Sitzungen einzuladen …
Wer sind die Opfer von Mobbing?
Die Opfer sind in der Regel Personen, die sich durch ihre ausgeprägte Persönlichkeit oder Originalität, die Eifersucht oder Angst hervorrufen, von den andern unterscheiden.
Laut Mobbing Asbl sind zwei Drittel der Opfer Frauen und älter als 40 Jahre. 63 % der Personen, die sich an die Vereinigung wenden, sind Luxemburger, 14 % sind Franzosen, 8 % sind Portugiesen, 6 % sind Deutsche und 4 % sind Belgier. Der Handel ist der Wirtschaftszweig mit der höchsten Anzahl an Opfern, aber seit einigen Monaten kommt das Gesundheits- und Sozialwesen hinzu.
Welche Auswirkungen hat Mobbing?
Wenn jemandem klar bewusst wird, dass er ein Mobbingopfer ist, verschlechtert sich das Arbeitsklima rasch. Fahrlässigkeit bei der Arbeitsausführung, Reizbarkeit und Wertverlust sind die unmittelbaren Folgen hiervon. Mobbing kann zu Depressionen und sogar zu Selbstmord führen …
Eine weitere Konsequenz sind die Fehlzeiten, die laut Mobbing Asbl zunehmen. Mehr als die Hälfte der Opfer sind krankgemeldet, wenn sie sich zum ersten Mal an die Vereinigung wenden.
Welche Lösungen gibt es?
Mobbing Asbl empfiehlt Ihnen, ein Einschreiben an den Mobbingverursacher zu schicken und darin alle Elemente aufzuzählen, von denen Sie Beweise haben. Als Extremlösung bleibt noch das Gerichtsverfahren.
Website: www.mobbing.lu
Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris
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