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11/03/09
Luxemburg-Stadt im Wettbewerb mit ihrem Stadtrand
Das CEPS/Instead hat soeben eine Studie über die Erhöhung die Beschäftigtenzahl und die Mobilität der Unternehmen in Luxemburg zwischen 1994 und 2005 veröffentlicht. Sie beschreibt ein neues Wirtschaftsumfeld im Land, in dem Luxemburg-Stadt an Anziehungskraft verliert.
Die Hauptstadt Luxemburgs ist das wichtigste Wirtschaftszentrum des Landes; innerhalb von zehn Jahren nahm die Zahl der Beschäftigten um 2,8 % zu. Auf ihren 51 km² mit ihren 90.000 Einwohnern beherbergt sie außer den europäischen Institutionen eine große Zahl an spezialisierten Unternehmen in den Bereichen Audit, Beratung, Banken und Versicherungen. Dennoch hatte sie zwischen 1994 und 2005 die geringste Steigerungsrate im gesamten Land.
Das Gleiche gilt nicht für den äußeren Stadtgürtel, in dem das CEPS/Instead für den gleichen Zeitraum eine Steigerung um 5,8 % feststellen konnte. Unternehmen, die keinen Beschränkungen hinsichtlich Entfernungen oder Geschäftsabschlüssen unterliegen, wie die Wirtschaftszweige Bau, Transport und Industrie, haben ihre Tätigkeit vorzugsweise dorthin verlagert.
Eine Feststellung sowohl im Süden als im Norden
Der Prozess der „Suburbanisation“ begann Anfang der Neunzigerjahre mit der Verlagerung der Reinigungsfirmen, gefolgt zwischen 1999 und 2002 von den Unternehmen des Gütertransports auf der Straße.
Luxemburg-Stadt hat ebenso ihr Monopol auf die Industrieunternehmen im Bereich der Hoch- und mittleren Technologie verloren, die ihr die südlichen Außenbezirke vorziehen. Dies gilt auch für die Finanzdienstleister, die immer zahlreicher im Stadtrandgebiet anzutreffen sind.
Die Verlagerung der Geschäftstätigkeit außerhalb Luxemburg-Stadt bringt nutzt nicht nur dem Stadtrand, sondern auch der weiteren Umgebung und dem ganzen Land. Das CEPS/Instead konnte eine vermehrte Ansiedlung an Dienstleistungen für Unternehmen im Süden und Norden feststellen.
Im Allgemeinen haben die Gemeinden ihre Wirtschaftsbasis diversifiziert, im Gegensatz zur Hauptstadt, die sich auf eine begrenzte Zahl von Bereichen spezialisiert hat, insbesondere auf Tätigkeiten mit hoher Wertschöpfung (Hochtechnologie, Dienstleistungen für Unternehmen und sonstige persönliche Dienstleistungen).
Wenn Luxemburg-Stadt also weiterhin eine entscheidende Rolle in der Dynamik innerhalb der Region spielt, so entgeht sie dennoch nicht dem Prozess der „Suburbanisation“, den man in den europäischen Großstädten beobachtet.
Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris
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