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24/01/2012


Umfrage von Randstad : Allgemeine Zufriedenheit der luxemburgischen Arbeitnehmer


Eine kürzlich vom niederländischen Zeitarbeitsunternehmen Randstad durchgeführte internationale Umfrage zeigt für das Jahr 2012 deutliche Unterschiede hinsichtlich der Arbeitnehmer-Erwartungen im Berufsleben. Für Luxemburg ist ein überdurchschnittlicher Optimismus feststellbar.

HandlangerSind die Arbeitnehmer im Jahr 2012 etwa weniger pessimistisch gestimmt? Diese Aussage scheint sich aus einer weltweit durchgeführten Umfrage zu ergeben, die seitens Randstad, dem niederländischen Unternehmen, das auf Zeitarbeit und Personaldienstleistungen spezialisiert ist, durchgeführt wurde. Die Umfrage umfasst etwa zehn berufsbezogene Kriterien , die sich auf die Themen der Mobilität, der Zufriedenheit, der Erwartungen und der persönliche Motivation beziehen.

Die Studie stellt Folgendes fest: In 21 von insgesamt 30 erfassten Ländern erwarteten die Arbeitnehmer im Jahr 2012 ein verfügbares Einkommen, das verglichen mit 2011 höher liegen werde. In 18 Ländern schätzten die befragten Personen ein, dass ihr Arbeitgeber im Jahr 2012 auf finanziellem Gebiet – verglichen mit 2011 – mit besseren Ausgangsbedingungen starte. Darunter sind sehr positive Ausnahmen, besonders in Argentinien und Chile, wo 93% bzw. 96% der Arbeitnehmer einschätzen, dass dieses beginnende Jahr für ihr Unternehmen besser sei. Im Gegensatz dazu erwarten Arbeitnehmer der Tschechischen Republik, Frankreichs, Griechenlands, Ungarns, Japans und Hollands einen finanziell schwierigeren Zeitraum

Die luxemburgischen Arbeitnehmer scheinen ihrerseits hinsichtlich des vergangenen Jahres optimistischer zu sein: 54% sind nämlich der Meinung, dass das Jahr 2011 für ihr Unternehmen positiv gewesen sei. Hinsichtlich der Perspektiven 2012 sind sie jedoch geteilter Meinung ; 41% meinen, dass dieses neue Jahr – unter finanziellem Gesichtspunkt - für ihr Unternehmen ein besseres sein werde; dagegen äußerten sich 45% bei der Frage pessimistischer.

Diskrepanz zwischen Arbeitsentgelt und erbrachter Arbeitsleistung

In den meisten Ländern sind über 60% der Arbeitnehmer der Meinung, ihr Einkommen entspreche nicht ihrer Arbeitsleistung. Die Studie schätzt ein, dass dieser Eindruck im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Phase wirtschaftlicher Unsicherheit stehe. Die diesbezüglichen Zahlen sind besonders hoch in Griechenland (81%), in Polen und in Ungarn (79%). In Luxemburg teilen 49% diese Ansicht.

Eine Erhöhung der Einkommen, der Bonuszahlungen und sogar eine Steigerung ihrer Lohnnebenleistungen erwarten dagegen 80% der Arbeitnehmer in Argentinien, in Brasilien, Chile, China, Indien und Mexiko.

Die Erwartungen der Arbeitnehmer in europäischen Staaten sind jedoch geringer. Durchschnittlich etwa ein Drittel derselben, sogar etwa weniger, erwartet in diesem Bereich Verbesserungen. Im Großherzogtum erwarten etwa 25% der Interviewten für 2012 eine Steigerung ihres Arbeitsentgelts und der Lohnnebenleistungen. 50% der Interviewten tendieren eher zu der Aussage, die Bonuszahlungen könnten den Wert des Jahres 2011 wieder erreichen.

Die Umzugsbereitschaft aus beruflichen Gründen

Die Arbeitnehmer erwägen – so die Umfrage – im Allgemeinen keinen Umzug ins Ausland, um dort eine bessere Arbeit zu finden. Auf weltweiter Ebene plant weniger als ein Drittel der Interviewten diese Migration aus beruflichen Gründen. In China und Indien bewerten die Arbeitnehmer diese Mobilität als unproblematisch; 64% bzw. 58% der chinesischen bzw. indischen Arbeitnehmer würden im Fall des Angebots eines guten Arbeitsplatzes ihren Wohnort wechseln. Auch wenn eine Einkommenssteigerung einen Anreiz darstellen könnte, so würden die Arbeitnehmer in Dänemark, Japan und der Schweiz dennoch in ihrem Land bleiben, selbst wenn sie sofort einen Arbeitsplatz mit höherem Gehalt bekommen könnten. In Luxemburg wären nur 29% der Arbeitnehmer bereit, zwecks besserer Entlohnung ins Ausland auszuwandern.

Unterschiedliche Werte des Mobilitätsindexes

Der zentrale und aussagekräftigste Aspekt der Umfrage, der Mobilitätsindex misst bei den Arbeitnehmern hinsichtlich der kommenden sechs Monate die Bereitschaft zum Arbeitsplatzwechsel. Er bietet - so der niederländische Konzern Randstad – optimale Informationen über die Tendenzen auf den Arbeitsmärkten. Dieser Index erhöhte sich im dritten Quartal des Jahres 2011 auf 105 Punkte – verglichen mit 103 für das Vorjahresquartal. Eine deutliche Steigerung ist für Kanada feststellbar (+12%); dieses Ergebnis dürfte auf die wachsende Bereitschaft der Arbeitnehmer zurückzuführen sein, bei der Arbeitsplatzsuche aktiver zu sein. Für Belgien, die Schweiz und Argentinien nahm der Prozentsatz ebenfalls zu. Nur Singapur verzeichnet auf diesem Gebiet einen Rückgang. Der Mobilitätsindex für Luxemburg bleibt – so die Umfrage – der geringste des Samples, obwohl verglichen mit dem Quartalswert des Vorjahres ein geringer Anstieg zu verzeichnen ist: «Wenige Personen planen innerhalb der sechs Monate einen Arbeitsplatzwechsel. 76% der luxemburgischen Arbeitnehmer sind nämlich mit ihrer Beschäftigungssituation nach wie vor zufrieden».

Stagnierende Werte bei der Arbeitszufriedenheit

Die Werte hinsichtlich der Zufriedenheit mit dem derzeitigen Arbeitgeber liegen etwa auf dem Niveau der vorherigen Quartale, stellt die Randstad-Umfrage fest. Die Arbeitnehmer Norwegens, Dänemarks und Hollands sind innerhalb Europas bei weitem diejenigen, die mit ihrer Lage am zufriedensten sind. Außerhalb Europas sind für Mexiko und Indien die höchsten Werte der Zufriedenheit von Arbeitnehmern feststellbar. Den geringsten Zufriedenheitswert der Arbeitnehmer verzeichnet Japan.

Deutliche Unterschiede bei den Werten hinsichtlich der persönlichen Motivation

Wie der Randstad-Umfrage zu entnehmen ist, zeichnen sich die türkischen und die italienischen Arbeitnehmer durch höchste Motivationswerte aus; dies trifft auch auf Arbeitnehmer in Mexiko und in Indien zu. In Japan und in den nordischen Staaten lassen sich die Arbeitnehmer dagegen durch das Angebot einer Beförderung nicht motivieren.

Der Ruhestand? Welcher Ruhestand?

Was die Verlängerung der Lebensarbeitszeit betrifft, « so wären nur 20% der luxemburgischen Arbeitnehmer mit dieser Regelung zufrieden, selbst wenn etwa die Hälfte derselben annehmen, dass sie über das offizielle Pensionsalter hinaus arbeiten werde», stellt die Studie fest. In Frankreich, Deutschland, in den Niederlanden, Spanien und der Schweiz sind die Arbeitnehmer in geringerem Maße bereit, über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten; weniger als 30% der Interviewten erklären, glücklich zu sein, wenn sie über diese gesetzliche Pensionsregelung hinaus arbeiten sollten. In den meisten anderen Ländern sind bei den Interviewten hinsichtlich der Vorstellung, zwei zusätzliche Jahre zu arbeiten, keine besonders negativen Reaktionen zu verzeichnen. In Indien und in Singapur würden sich 75% der Interviewten über diese Perspektive sogar freuen!

Zusammenfassend stellt Randstad fest, dass die Umfragewerte hinsichtlich der Zuversicht auf Arbeitnehmerseite bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz eher abnehmen: « Im Allgemeinen nimmt die Zuversicht der Arbeitnehmer, innerhalb von sechs Monaten einen wieder einen Arbeitsplatz zu finden, ab. Parallel dazu nimmt die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust zu», erläutert die Studie; diese schätzt übrigens ein, dass die Zuversicht der Arbeitnehmer in Griechenland am geringsten sei und dieser Wert die Wirtschaftslage des Landes recht genau widerspiegele. Die niederländische Workmonitor-Umfrage, die im Jahr 2003 in den Niederlanden erstmals durchgeführt wurde, umfasst nunmehr dreißig Länder; sie wird sowohl in Europa als auch in Amerika und in Asien realisiert; die Zahlen werden vierteljährlich veröffentlicht. Die Zielsetzung der Umfrage besteht darin, die Mobilitäts-entwicklung auf regionaler Ebene und im internationalen Kontext besser zu erfassen. In Luxemburg wurde diese vierte Vierteljahresstudie im November 2011 durchgeführt, und zwar bei einem Sample von 3.240 Personen, die in Luxemburg wohnen und arbeiten.


Marc Alison
Deutsche Fassung: Walter Fries



editor@jobs.lu
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