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18/06/09


Wie löst man das Problem der steigenden Kurzarbeit?


Im Anschluss an das „Nationale Dreiparteientreffen für Beschäftigung und sozialen Zusammenhalt 2009“ zwischen der Regierung, den Arbeitgebern und Gewerkschaften vor einem Monat beginnt eine erste Arbeitsgruppe, sich mit den Fragen der Entschädigung und der Weiterbildung der Kurzarbeiter zu befassen.

Neben der ständig steigenden Arbeitslosenzahl ist es die Zahl der Kurzarbeiter, die besonders beunruhigend ist. Diese erhöhte sich von 4.082 im Dezember 2008 auf 6.919 im Januar 2009 und verursachte einen erheblichen Anstieg der Kosten zu Lasten des Beschäftigungsfonds, nämlich von 208.000 Euro im September 2008 auf annähernd 3 Millionen Euro im Januar 2009.

Die meisten Anträge auf Kurzarbeit stammen aus dem Industriesektor, der direkt der konjunkturellen Arbeitslosigkeit ausgesetzt ist. Anfang 2009 kamen von den 10.000 betroffenen Kurzarbeitern 6.000 aus der Industrie.

Die Statistikbehörde STATEC weist in der soeben veröffentlichten Ausgabe Nr. 1-2009 seiner „Note de Conjoncture“ darauf hin, dass die Beschäftigungslage der Industrie sich erst im vierten Quartal 2008 verschlechterte, im Gegensatz zum Finanzwesen, zum Sektor der Dienstleistungen an Unternehmen sowie zum Baugewerbe, deren Geschäftstätigkeit schon seit Anfang 2008 zurückgeht. Diese Verzögerung lässt sich durch den starken Rückgriff auf Kurzarbeit erklären.

Neben dem Finanzsektor ist die Industrie am stärksten von der Krise betroffen. Der Produktionseinbruch fiel stärker in Luxemburg als in der Eurozone insgesamt aus, deswegen die höhere Zahl der Kurzarbeiter.

Um diesem Problem entgegenzusteuern, setzen die Regierung, die Arbeitgeber und die Gewerkschaften auf Weiterbildung, die „die Aussichten der Kurzarbeiter in ihrem Unternehmen oder auf dem Arbeitsmarkt insgesamt erhöhen“ soll. Die Erhöhung der Entschädigung für Kurzarbeit von 80% auf 90% des Gehalts ist gebunden an die Teilnahme des Kurzarbeiters an Weiterbildungsmaßnahmen. Eine zweite Arbeitsgruppe wird in den kommenden Wochen zusammenkommen, um dieses Thema weiter zu behandeln.


Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris



editor@jobs.lu
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