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26/08/08
Die Praktikanten sind zunehmend beliebt
Im August werden die Büros plötzlich leer. Die einzigen Kollegen, die man noch im Flur begegnet, sind Praktikanten.
Für die Unternehmen bedeutet die Ferienzeit ein Zustrom von Praktikanten. Und in der heutigen Zeit mit ihrem engen Arbeitsmarkt vermehren die Unternehmen ihre Anstrengungen, um den Praktikanten entgegenzukommen. Letztere haben gewöhnlich ein Hochschulstudium abgeschlossen und verbleiben mehrere Monate im Unternehmen; längst werden sie nicht mehr als Belastung betrachtet, ganz im Gegenteil.
Die Wirtschaftszeitung Les Echos berichtet, dass einige Unternehmen sogar eine eigene Abteilung für die Einstellung von Praktikanten eingerichtet haben. Die Einstellungsgespräche für Praktikanten ähneln immer mehr den allgemeinen Einstellungsgesprächen: Logiktests, eine Reihe von Gesprächen mit dem Verantwortlichen für Einstellungen, anschließend mit dem Abteilungsleiter. Im gleichen Grad, wie die Auswahl strikter wird, werden die Praktikanten zunehmend umworben und verwöhnt. Oréal, ein Unternehmen mit fast 800 Praktikanten, stellt ihnen eine Intranet-Website zur Verfügung, wo sie ihre Erfahrungen mitteilen können. Bei Bearing Point haben sie die Gelegenheit, sich weiterzubilden. Und bei Logica CMG France werden am Ende 80 % der Praktikanten vom Unternehmen eingestellt.
Wenn auch einige Unternehmen das Praktikum sehr wohl „als wesentliches Glied [ihrer] Einstellungspolitik für Juniorbeschäftigte“ übernommen haben, ist dies dennoch nicht der Fall für alle.
In Frankreich greifen 95 % der Unternehmen auf Praktikanten zurück, und keine zwei von ihnen managen ihre Praktikanten auf die gleiche Art. Dies liegt am rechtlichen Vakuum des Praktikantenstatus.
In Luxemburg dient das Praktikum hauptsächlich der beruflichen Ausbildung. Der Praktikant darf nicht für einen Posten vorgesehen werden, der „eine ähnliche Produktivität wie die eines normalen Arbeitsplatzes verlangt“. Der Vertrag für ein Praktikum muss vom Studenten, dem Verantwortlichen für Praktika der Lehranstalt und dem Arbeitgeber unterzeichnet werden.
Außerdem ist die Entlohnung des Praktikanten nicht zwingend geregelt, sondern liegt im freien Ermessen des Arbeitgebers. Das Gesetz sieht weder einen Mindestbetrag noch einen Höchstbetrag vor. Oft sind die luxemburgischen Bankinstitute großzügiger als die der Nachbarländer gegenüber ihren Praktikanten.
Schließlich ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Lohnsteuer auf dem Gehalt der einheimischen Praktikanten einzuziehen. Für die im Ausland wohnenden Praktikanten ist dies nicht der Fall während den ersten 6 Monaten des Praktikums.
Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris
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