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02/06/09
Wer verdient am meisten?
Den luxemburgischen Unternehmen wurden im vergangenen Dezember die ersten Ergebnisse einer Erhebung zugestellt, die die Lohnstruktur im Jahr 2006 aufgrund einer Stichprobe von 38.000 Arbeitnehmern untersuchte. Das Statistikamt Statec veröffentlichte nun eine genauere Untersuchung, derzufolge die Beschäftigten im Finanzsektor das Zweieinhalbfache dessen verdienten, das ihre Kollegen im Hotel- und Gaststättengewerbe verdienten. Hier die Ergebnisse im Detail.
Im Oktober 2006 betrug das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt für einen Vollzeitjob 3.243 Euro; 3.024 Euro für Frauen und 3.359 Euro für Männer. Man stellt fest, dass der Lohnunterschied sich zwischen Männern und Frauen in den höheren Tranchen der Lohnskala ausweitet. Wenn ein Mann 11.767 Euro verdiente, so verdiente eine Frau 7.998 Euro. Man erfährt auch, dass 83 % der Lohnempfänger einen Bruttomonatslohn von 4.500 Euro oder weniger erhielten, das heißt das Dreifache des Sozialmindestlohns im Oktober 2006.
Die Arbeitnehmer über 55 verdienten durchschnittlich 4.286 Euro brutto, gegenüber 2.089 Euro für Jugendliche unter 25, also etwas mehr als das Doppelte. Offensichtlich rechtfertigt ihre langjährige Betriebszugehörigkeit diesen Lohnunterschied.
Aus dem Bericht geht auch hervor, dass Hochschulabsolventen durchschnittlich ein Gehalt von 4.790 Euro bezogen, gegenüber 2.334 Euro für Arbeitnehmer mit Grundschulbildung. Man stellt fest, dass der Unterschied zwischen Gehaltsempfängern der unteren und der oberen Sekundarstufe besonders hoch ist.
Die französischen Grenzgänger verdienten durchschnittlich 20 % weniger als die Einwohner Luxemburgs. Der Lohnunterschied mit den deutschen Gehaltsempfängern lag bei 6 % und mit den belgischen bei nur 1 %. Letztere sind allgemein höher qualifiziert und nehmen häufig Direktionsposten ein oder sind höhere Führungskräfte.
Schließlich stellt man erhebliche Unterschiede zwischen den Wirtschaftssektoren fest. Die höchsten Gehälter wurden im Finanzsektor gezahlt (4.642 Euro), gefolgt von den Wirtschaftszweigen „Rechtswesen, IT, Buchführung, Architektur- und Ingenieurbüros“ (3.905 Euro) sowie „Gesundheits- und Sozialwesen“ (3.731 Euro). Dem gegenüber befanden sich das Hotel- und Gaststättengewerbe (2.052 Euro) sowie der Sektor der Reinigung und Bereitstellung von Personal (2.021 Euro) am unteren Ende der Lohnskala. Der Unterschied in den Gehältern ist noch größer, wenn man die Prämien und Bonuszahlungen (die im Finanzsektor überaus großzügig sind). Durch diese Zahlungen erhöht sich der Lohn um fast 20 %, gegenüber 5 % im Hotel- und Gaststättengewerbe, der zweieinhalbmal weniger verdient.
Kurz gesagt, um mehr zu verdienen, muss man männlichen Geschlechts sein, über 30 Jahre Berufserfahrung besitzen, Hochschulabsolvent sein und in der Finanzbranche arbeiten!
Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris
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