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10/06/08


Die Arbeit tötet noch

Die Arbeit tötet auch heute noch. Laut der Internationalen Arbeitsorganisation sterben jeden Tag weltweit etwa 6.000 Arbeiter an den Folgen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit. Es gibt auch „jedes Jahr 270 Millionen nicht tödlich endender Unfälle, die wenigstens 3 Tage Arbeitsausfall nach sich ziehen. In den Ländern der Europäischen Union wird der Gesamtschaden durch Unfälle und Krankheiten auf 3,8 % des BSP geschätzt.“

Luxemburg entgeht diesem traurigen Szenario nicht. Letztes Jahr starben 16 Personen an den Folgen eines Arbeitsunfalls.

Das Amt der Unfallversicherung hat soeben die Statistik über Arbeitsunfälle im Jahr 2007 veröffentlicht. Man kann an ihnen die Entwicklung unserer Lebensgewohnheiten ablesen.

Höherer Anteil der Unfälle auf dem Arbeitsweg

Zwischen 1960 und 2007 wurde die Zahl der tödlichen Unfälle halbiert, während die Zahl der Arbeitnehmer sich verdreifachte. Zudem ist die Zahl der Arbeitsunfälle, auf 100 gerechnet, an der Gesamtzahl der Unfälle von 27,44 im Jahr 1960 auf 7 heutzutage zurückgegangen. Dieser Rückgang fand besonders Anfang der Achtzigerjahre statt.

Dagegen kannte die Zahl der Unfälle auf dem Arbeitsweg eine gegensätzliche Entwicklung; sie stieg in den Neunzigerjahren auf 1,50 von 100 an und erreichte somit ungefähr die gleiche Höhe wie 1960. Eine weitere interessante Feststellung in Zusammenhang mit der Entwicklung unserer heutigen Gesellschaft: Der Anteil der Unfälle, die dem Arbeitsweg zugeordnet werden, nahm seit 1960 um 15 % zu.

Rückgang der Unfallzahlen seit 2005

Die Zahl der gemeldeten Unfälle begann in den Neunzigerjahren deutlich anzusteigen, um 2004 die Rekordzahl von 36.676 gemeldeten Unfällen zu erreichen. Es ist auch ab jenem Jahr, dass die Zahl der Unfälle zu sinken begann.

Dieser Rückgang entspricht in Wahrheit der geänderten Prozedur der Meldung der Unfälle am Arbeitsort und auf dem Arbeitsweg. Das alte Formular musste gemeinsam vom behandelnden Arzt und vom Arbeitgeber ausgefüllt werden. Oft ergriff der behandelnde Arzt die Initiative der Unfallmeldung und der Arbeitgeber beschränkte sich auf das Ausfüllen seines Teils des Formulars, ohne die Fakten zu überprüfen. Das Amt der Unfallversicherung erarbeitete dann eine neue Meldeprozedur, die die Verpflichtung des Arbeitgebers zum Ergreifen der Initiative bei der Unfallmeldung wieder einführte.

Schließlich kann man noch hervorheben, dass laut Statistik die höchste Unfallzahl zwischen 36 und 40 Jahren liegt und dass die Dacharbeiter am häufigsten Arbeitsunfälle erleiden.

Um gesund zu bleiben, begeben Sie sich bitte auf die Webseite des Amts der Unfallversicherung (www.aaa.lu) und befolgen Sie die Ratschläge seines Kalenders „Fit am Arbeitsplatz!“. Er erklärt Ihnen, welche Übungen Sie am besten täglich durchführen sollen, zum Beispiel zur Vermeidung von Rückenleiden.


Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris



editor@jobs.lu
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