27/11/07
Luxemburg bleibt bei der Gleichstellung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt zurück
Die Gleichstellung der Frauen und Männer in der Arbeitswelt, eine Legende
Ungleiches Lohnniveau
Eine langsame aber stetige Steigerung der luxemburgischen Beschäftigungsrate der Frauen
Eine am vergangenen 13. November veröffentlichte Studie belegt, dass die Frauen auf dem luxemburgischen Arbeitsmarkt weiterhin stark benachteiligt sind. Diese Studie schließt an die Schlussfolgerung an, die Serge Allegrezza, Direktor des statistischen Amts STATEC, während seiner Konferenz vom 24. März 2007 zog, die über die „Gleichstellung der Frauen und Männer in der Arbeitswelt: Wirklichkeit oder Legende“ handelte: die Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert.
Die Gleichstellung der Frauen und Männer in der Arbeitswelt, eine Legende
54,6% der Frauen sind berufstätig, verglichen mit 72,6% der Männer. Dieser Abstand vergrößert sich ab dem Alter von 30 Jahren. Die Anzahl der unterhaltsberechtigten Kinder, für die meistens die Frau verantwortlich ist, ist einer der Hauptfaktoren dieses Unterschieds. Je höher die Anzahl der Kinder ist, desto niedriger ist die Erwerbsquote. Andererseits ermöglicht das Bildungsniveau, diesen Abstand wieder zu verringern. Je höher die Frauen diplomiert sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie berufstätig sind.
Die Studie hebt ebenfalls die Arbeitslosigkeit der Frauen hervor. Zwischen 25 und 54 Jahren haben die Frauen eine doppelt so hohe Waahrscheinlichkeit als die Männer, arbeitslos zu werden. Im Jahr 2006 betrug die Arbeitslosenquote der Männer 3,6%, die der Frauen dagegen 6,3%.
Die Teilzeitarbeit ist ein weiteres Thema dieser Studie. Sie ist bei den Frauen verbreiteter als bei den Männern. Ein Drittel der Frauen haben eine Teilzeitarbeit, gegenüber 3% der Männer. Aber je höher die berufliche Position der Frauen ist, desto weniger arbeiten sie auf Teilzeitbasis.
Ungleiches Lohnniveau
Die Ungleichstellung besteht auch weiterhin auf dem Lohnniveau. Der Unterschied zwischen den Monatsgehältern der Männer und der Frauen beträgt 20%. Laut einer Untersuchung, die bei den Unternehmen durchgeführt wurde, beträgt der durchschnittliche Bruttomonatslohn der Männer 3 939 €, verglichen mit 3 168 € für die Frauen. Schließlich verdienen fast 23% der Frauen weniger als 2 000 € im Monat, gegenüber 10% ihrer männlichen Arbeitskollegen.
Im Europa der Fünfzehn ist Luxemburg schlecht gestellt, es steht an elfter Stelle vor Belgien, Spanien, Griechenland und Italien. Jedoch kann man dieser negativen Bilanz einen Dämpfer aufsetzen. Die Beschäftigungsrate der Frauen wächst in Luxemburg ebenso schnell, wenn nicht sogar etwas schneller, als die Durchschnittsrate in Europa. In der Tat wächst sie kontinuierlich, wobei die Beschäftigungsrate der Männer sich kaum ändert.
Eine langsame aber stetige Steigerung der luxemburgischen Beschäftigungsrate der Frauen
Zwischen 1907 und 1970 blieb die Beschäftigungsrate der Frauen bei etwa 28% konstant. Aber seit den achtziger Jahren hat sie sich von 41,7% im Jahr 1988 auf 58,2% im Jahr 2006 stark entwickelt.
Ein weiterer ermutigender Punkt ist, dass die Frauen in Führungspositionen zwar weiterhin unterrepräsentiert sind, aber man stellt eine Entwicklung fest. In den vergangenen fünfzehn Jahren ist der Anteil der berufstätigen Frauen an den Führungskräften von 12% auf 23% gestiegen.
Außerdem arbeitet die Ausweitung des Dienstleistungssektors zu Gunsten der Frauen, die weiterhin den Industriearbeitsplätzen fernbleiben. 90% der Frauen sind im Dienstleistungssektor tätig, gegenüber 75% der berufstätigen Männer.
Schließlich stellt man neuerdings eine Erhöhung der Erwerbsquote der Frauen mit Kindern fest: zum Beispiel stieg die Erwerbsquote mit einem unterhaltsberechtigten Kind von 62% im Jahr 2000 auf 67% im Jahr 2003 und auf 72% im Jahr 2006; mit vier Kindern von 38% auf 41% und schließlich auf 53%.
Trotz dieser Änderungen und der gesetzlich vorgeschriebenen Gleichstellung bei den Arbeitsbedingungen und der Entlohnung ist man noch weit von einer wirklichen Gleichstellung entfernt.
Quelle: Statec Nr. 59/2007
Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris
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