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11/03/08
Leben und arbeiten in Luxemburg
Fürsorge für Angestellte, Unternehmen in besserer Form

Grünpflanzen, beliebig viele Obstkörbchen, Kunstwerke an den Mauern, ein Entspannungsraum … Wenn Sie vor der Wahl stünden, wie würde Ihr Arbeitsplatz aussehen? Könnte das Wohlbefinden am Arbeitsplatz nur eine Modeerscheinung sein?
Alle Untersuchungen über die Auswirkungen von Stress auf die Arbeitnehmer sind sich einig, dass dieser negative Auswirkungen auf die Produktivität und das soziale Klima des Unternehmens hat.
Eine Umfrage der Agentur Stimulus im Jahr 2006 belegt, dass 21% der luxemburgischen Arbeitnehmer unter einem sehr hohem Stressdruck leiden, der ihre Gesundheit gefährdet. Diese Quote ist zwar niedriger als der europäische Durchschnitt (28%), aber doch hoch genug, um die Angelegenheit nicht zu vernachlässigen.

Die Beschäftigten selbst streben immer zu mehr Wohlbefinden in ihrem Arbeitsumfeld. Die Höhe des Gehalts ist nicht mehr unter ihren ersten fünf Kriterien über Jobzufriedenheit; die Eigenständigkeit in der Arbeitsausführung, die Arbeitsdauer, die flexible Arbeitszeit und das Arbeitsklima unter Kollegen haben in Zukunft Vorrang.
Bewusstwerden der Unternehmen
Ihrerseits werden die Unternehmen sich immer mehr bewusst, dass es in ihrem Interesse liegt, sich um ihre Arbeitnehmer zu kümmern. Tatsächlich belegen die verschiedenen Studien, dass der Stress nicht nur zu offensichtlichen Gesundheitsproblemen führt, sondern die Unternehmen auch Milliarden Euro kostet.
Ein gestresster Mitarbeiter ist weniger produktiv, er fehlt häufiger, ist krank und müde. Die Folge ist eine höhere Fluktuation des Personals und ein Rentabilitätsverlust für das Unternehmen. Wer sich dagegen wohl in seinem Arbeitsumfeld fühlt, ist laut einer Studie der Hay Group bis zu 30% produktiver.
Diese Kenntnis war der Anlass für einige Unternehmen wie Fortis, Dexia-BIL, Husky und viele andere, in Sportanlagen, Massagebehandlung, Yogasitzungen und Babysitterdienste zu investieren.
Eines der größten Unternehmen des Landes, RBC Dexia, hat sich für das Programm „Rester Zen“ („gelassen bleiben“) zur Förderung der persönlichen Entfaltung entschieden. Außer der Bereitstellung von Umkleideräumen und Duschen für Jogger und Radfahrer wurden Aquarien zwischen die Arbeitsplätze in den Open Spaces eingebaut, oder eine informelle Lounge ermöglicht dem Personal sich zu entspannen. Das „Zen“-Programm beinhaltet auch einen Zeitungsstand, einen Friseursalon und ein Internet-Café.
Die Welle des Wohlbefindens am Arbeitsplatz nimmt ein solches Ausmaß an, dass immer mehr Unternehmen diese Dienstleistungen andern Unternehmen mit einer immer originaleren und breiteren Palette anbieten, die für jede Firmenkasse etwas im Angebot hat. Auch kleinere Unternehmen können am Wohlbefinden teilnehmen!
Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz entspricht nicht nur auf einem Trend der heutigen Gesellschaft, sondern auch einer anderen Betrachtungsweise der Arbeitsmedizin. Wie sagt das deutsche Sprichwort doch: Vorbeugen ist besser als heilen!
Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris
Quelle: CEPS – Studien: „Satisfaits, stressés au travail? Etat des lieux du bien-être des salariés“ (Zufrieden oder gestresst? Untersuchung über das Wohlbefinden der Arbeitnehmer) (Januar 2006); Artikel in PaperJam (September 2007); Umfrage durch Stimulus.
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