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26/02/08


Zwischen 15.000 and 42.000 nicht deklarierte Arbeitsplätze in Luxemburg


Die Schattenwirtschaft, im Großherzogtum ziemlich unbekannt, ist ein großer Verdienstausfall für die luxemburgische Wirtschaft. Seit dem Verbot der Schwarzarbeit von 1977 haben die aufeinanderfolgenden Regierungen ständig gesetzgeberische Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung erlassen. Im vergangenen November veröffentlichte die Abteilung „Berufsbeziehungen und Beschäftigung“ des CEPS/Instead einen kurzen Überblick über die Lage der Schwarzarbeit in Luxemburg.

Die Europäische Kommission schätzt die Auswirkungen der Schattenwirtschaft auf 7 bis 15% des Bruttoinlandsprodukts der Europäischen Union, wobei der Anteil am BIP 25 bis 37% in Bulgarien und Rumänien erreicht. Laut einer Studie des CEPS/Instead liegt das Ausmaß in Luxemburg schätzungsweise zwischen 925 Millionen und 2 Milliarden Euro und betrifft zwischen 15.000 und 42.000 Arbeitsplätzen.

Leider ist es schwierig, die Schwarzarbeit zu beziffern. Es gibt keine genauen Zahlen über das Ausmaß der nicht deklarierten Arbeitskräfte in der luxemburgischen Wirtschaft. Ebenso ist es fast unmöglich zu erfahren, welche Wirtschaftssektoren am stärksten betroffen sind.

Das Gewerbeaufsichtsamt (ITM – Inspection du Travail et des Mines), dessen Auftrag die Sicherheit und der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist, wurde ein wichtiger Akteur im Kampf gegen die Schwarzarbeit. Die Kontrollen des ITM, die sich in den letzten Jahren stetig erhöhten, haben zu einer Veränderung beigetragen. Denn der EDV-, Consulting- und Finanzsektor nimmt vermehrt Rückgriff auf die Schwarzarbeit. Ein weiterer Trend ist die Tatsache, dass das ITM zunehmend Arbeitskräften aus Ländern außerhalb der Europäischen Union gegenübersteht.

Um die Arbeitsweise des ITM wirksamer zu gestalten, hatte die derzeitige Regierungskoalition in ihrem Programm von 2004 eine umfassende Reform des Amts vorgesehen. Diese Reform konzentriert sich auf einen proaktiveren Ansatz, auf den Einsatz von Spezialisten und Inspektoren sowie auf Befugnisse der Kontrolle und des sofortigen Eingreifens bei Übertretung des Gesetzes*.

Allerdings konzentrieren die Tätigkeiten des ITM sich vor allem auf ausländische Firmen, die in Luxemburg arbeiten.

Vergessen wir allerdings nicht, dass viele Familien und Einzelpersonen bei Haushalts-, Garten- und Handwerksarbeit auf Schwarzarbeit zurückgreifen. Diese Tatsache dürfte in Zukunft noch stärker werden, da mehr Frauen berufstätig werden und die Lebenserwartung zunimmt. Tatsächlich weist das Projekt 2PLUS** darauf hin, dass nicht deklarierte Erwerbstätigkeit allzu oft als „ein Austausch von Dienstleistungen oder gegenseitigen Gefälligkeiten angesehen wird, der ein Gefühl der Banalisierung und Straffreiheit verursacht”.

Die Projekt 2PLUS schlägt daher eine Lösung auf individueller Ebene vor, um die Schwarzarbeit durch gesetzkonforme Arbeit zu ersetzen. Die nicht angemeldeten Arbeitnehmer übertreten das Gesetz nicht nur, um den Steuern und Sozialabgaben, sondern auch um den übermäßig schwerfälligen Behördenforderungen zu entgehen. Um mit diesen Schwierigkeiten fertig zu werden, schlägt die Studie 2PLUS „ein einfaches und bequemes Verfahren vor, das eine vereinfachte Erklärung der Geldzahlungen ermöglicht, die als Vergütung für eine zeitweilige, begrenzte und gelegentliche Arbeit ohne regulären Arbeitsvertrag geleistet wurden, die den ‚Arbeitgeber’ verpflichtet, Sozialabgaben für den ‚Arbeitnehmer’ zu entrichten”.

Soll dies reichen, um das Gefühl der Banalisierung und Straffreiheit zu ändern?


* Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde im vergangenen Dezember angenommen.
** 2Plus ist eine gemeinsame Studie des LCGB – Centre de Formation Sociale „Jean-Baptiste ROCK“ und des Syndikats der Freiberufler und Mittelständischen Betriebe in Luxemburg (SIC – Syndicat des Indépendants et des Classes moyennes du Luxembourg).


Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris


Quelle: CEPS/Instead, Projekt 2PLUS.

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