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18/11/08



Der Leidensweg der Grenzgänger


Am 10. Oktober 2008 traf François Biltgen, Minister für Arbeit und Beschäftigung, sich mit seinem französischen Amtskollegen Xavier Bertrand zu einer Diskussionsrunde in Diedenhofen, um die Lage der Grenzgänger zu erörtern.

Der luxemburgische Minister kündigte eine Reihe Maßnahmen zugunsten der Arbeitnehmer aus dem Grenzgebiet an, insbesondere die Einführung eines 200-Stunden-Bildungsurlaubs für Grenzgänger zum Erlernen der luxemburgischen Sprache, eine neue Regelung der Arbeitslosenunterstützung, die Möglichkeiten der ausländischen Arbeitnehmer zum aktiven und passiven Wahlrecht zur Arbeitnehmerkammer und vor allem der Ausbau der Autobahn Luxemburg–Arlon. Die Verkehrsproblematik war Gegenstand besonderer Verhandlungen; jeden Tag überqueren 70.000 Lothringer die französisch-luxemburgische Grenze.

Man muss schon sagen, dass über dieses seit Langem bestehende Faktum bereits viel Tinte verspritzt worden ist, seit eine Gruppe von über 1000 Mitgliedern auf Facebook die Einführung einer Autobahnvignette für alle Grenzgänger vorschlug, die über das luxemburgische Straßennetz zur Arbeit fahren. Die Autobahn A31 ist jeden Wochentag schon in der Morgendämmerung verstopft. Dies ist nicht erstaunlich, kommen doch von 140.000 französischen, deutschen und belgischen Grenzgängern 93 % mit dem Auto angereist. Die öffentlichen Verkehrsmittel bieten kaum eine Alternative: Die überfüllten Busse stehen im gleichen Stau wie die Autofahrer und die ungenügend vorhandenen Züge sind dem Ansturm der Reisenden nicht gewachsen oder legen ohne jede Vorwarnung eine halbstündige Pause weitab von jeder Ortschaft ein.

Ist Stress der Preis, den Grenzgänger zahlen müssen?

Im September widmete das Journal de Terville diesem Thema eine ganze Beilage. Kein anderes Transportmittel schafft die 40-Kilometer-Strecke hin und zurück schneller oder mit der Gewissheit, rechtzeitig anzukommen. Ergebnis: Die Arbeitnehmer aus dem Grenzgebiet erscheinen regelmäßig zu spät zur Arbeit. Der Verfasser des Zeitungsberichts fragt sich, ob Stress der Preis ist, den Grenzgänger zahlen müssen. Das luxemburgische Lohnniveau liegt zwar höher als in Frankreich und ist ein Motivationsfaktor für lothringische Grenzgänger, aber durch die Preisexplosion des Treibstoffs — auch wenn sie seit Anfang der Krise wieder nachgelassen hat — geht dieser Lohnunterschied wegen der Reisekosten schnell in Rauch auf.

Laut Journal de Terville geht die Statistik für dieses Jahr von 5000 weiteren lothringischen Grenzgängern aus, und in einigen Jahren könnte deren Zahl die 100.000-Marke überschreiten. Auch wenn die Politik sich so langsam des Problems annimmt, so ist der Leidensweg der Grenzgänger noch lange nicht beendet!


Sophie Sellier
Deutsche Fassung: Robert Mouris



editor@jobs.lu
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